Friedensgebet 9. August St. Marien Kaunitz

Friedensgebet 9. August St. Marien Kaunitz

LIED: gebetet:  GL 283 – Aus der Tiefe rufe ich zu dir…

Begrüßung: Schön, dass wir nach den Wochen von Ferien und Urlaub wieder zusammenkommen, um für den Frieden auf Gottes Erde zu beten.
Hoffentlich geht es euch allen gut, sonst nehmen wir eure Anliegen auch in unser Gebet mit hinein. Lass uns im Namen unseres Gottes beginnen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. A Amen

Gott, ich verstehe dich nicht.
Abwenden möchte ich mich von dir.
Mich verbergen in meinem Zorn.

So wie du dich verbirgst.
Und doch kann ich nicht anders – ich muss reden.
Reden mit dir.

Damit der Zorn sich nicht in die Seele frisst.
Damit das Herz nicht eng wird und ängstlich.
Damit die Wut nicht zur Rache drängt.

Und ich bitte dich, du unbegreiflicher Gott:
Höre die Toten.
Höre die Trauernden.
Höre unsere Sorge um den Frieden.
Amen.

Bitten wir unsern Bruder Jesus Christus um sein Erbarmen.

Unser Gott, Frieden auf Erden versprechen die Engel zu deiner Ehre. Herr, erbarme dich.

Jesus Christus, als Kind geboren an der Seite der Armen, der Überfallenen und Geknechteten.
Christus, erbarme Dich.

Heiliger Geist, du versprichst der Welt einen Frieden, wie nur Gott ihn schenken kann – und bist Gottes Kraft für Frieden und Gerechtigkeit. Herr, erbarme Dich.

Lesung aus dem Johannes-Evangelium (Joh 15,12-17)

Jesus sagt: Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.
Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.
Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut.
Vielmehr habe ich euch Freunde genannt;
denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.
Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt.
Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.
Dies trage ich euch auf: Liebt einander!.    Stille

Dem Frieden nachjagen
An einem Fluss wohnten zwei Bauern, der eine am rechte, der andere am linken Ufer. Auf dem Wasser schwammen Enten und Schwäne. Sie freuten sich, dass die Sonne am Morgen auf – und am Abend wieder unterging. Die Enten und Schwäne sonnten sich am Morgen am linken und am Abend am rechten Ufer. Die beiden Bauern aber waren neidisch aufeinander. Der eine hätte lieber am rechten, der andere lieber am linken Ufer gewohnt. Wenn sie morgens pflügten, schimpfte der eine, weil das Feld seines Nachbarn an der Sonne und sein eigenes im Schatten lag. Und wenn sie abends Holz hackten, schimpfte der andere, weil das Haus seines Nachbarn an der Sonne und sein eigenes im Schatten lag. Auch die Frauen der Bauern waren unzufrieden, die eine am Morgen, die andere am Abend. Eines Morgens, als die beiden Frauen Wäsche aufhängten, schrie die eine, die am rechten Ufer wohnte, ein böses Wort zum linken Ufer hinüber. Und am Abend, als die beiden Frauen die Wäsche abnahmen, gab die andere, die am linken Ufer wohnte, das böse Wort zurück. Das ließen sich die Männer nicht gefallen. Sie sammelten große Steine und versuchten, einander damit zu treffen. Doch der Fluss war so breit, dass die Steine ihr Ziel verfehlten und ins Wasser plumpsten. Nur mittags, wenn die Sonne hoch stand, herrschten Ruhe und Frieden. Die Kühe, die Pferde, die Ziegen und Schafe flüchteten sich in den Schatten, und die Bauern mit ihren Frauen schnarchten unter einem Apfelbaum, die einen am linken, die anderen am rechten Ufer. Die beiden Kinder der Bauern aber saßen am Wasser und langweilten sich. Das eine schaute zum linken, das andere zum rechten Ufer hinüber. Wenn ich doch eine Ente wäre, dachte das eine. Wenn ich doch ein Schwan wäre, dachte das andere.

Doch eines schönen Tages, als die Kinder wieder an den Fluss kamen, war der Wasserspiegel gesunken, und aus dem Wasser ragten so viele große Steine, dass die Kinder darüber hüpfen konnten. Sie trafen in der Mitte zusammen. Sie betrachteten sich lange und freuten sich, dass sie beide Kinder waren, das eine ein Junge und das andere ein Mädchen. Sie setzten sich auf einen großen Stein. Sie betrachteten die Enten und die Schwäne. Doch dann fingen sie an, sich Geschichten zu erzählen, Geschichten vom linken und Geschichten vom rechten Ufer. Das Mädchen und der Junge verstanden sich so gut, dass sie nun jeden Mittag über die Steine hüpften, um sich in der Mitte zu treffen.

Die Eltern wunderten sich, woher ihre Kinder plötzlich Dinge wussten, von denen sie selbst noch nie gehört hatten. Doch eines Tages, nach einem langen Regen, hörten die Kinder auf, Geschichten zu erzählen. Sie hörten auf zu lachen und zu singen. Das Wasser im Fluss war wieder angestiegen und die Kinderbrücke verschwunden. Da erfuhren die Eltern endlich das Mittagsgeheimnis ihrer Kinder, und sie fingen an nachzudenken. Und als sie lange genug nachgedacht hatten, beschlossen sie, zusammen mit den Kindern aus den übrig gebliebenen Steinen eine Brücke zu bauen. Eine Brücke, so rund und schön wie der Bogen, den die Sonne am Himmel beschreibt.

LIED: GL 446 Lass uns in deinem Namen, Herr

Fürbitten
Lasst uns gemeinsam Fürbitte halten.
… für die vielen Männer, Frauen und Kinder, die in Städten und Dörfern verletzt oder getötet worden sind bei Putins Terror-Angriffen auf Städte und Dörfer überall im Land.

Für über hunderttausend getötete Soldaten auf beiden Seiten.
Für alle Toten des Krieges
und für alle, die um liebe Menschen trauern. – kurze Stille –

Für alle Menschen auf der Flucht. Für alle, die sie aufnehmen und ihnen Arbeit geben.
Für Familien und Menschen im Land – oft ohne Strom, Heizung und Wasser.

Für alle, die ihre Häuser und Städte und die zerstörten Anlagen wieder aufbauen.
Für alle, die auf die Friedensbotschaft des unseres Gottes vertrauen. – kurze Stille –

Für die Kinder, die ganz besonders unter den Angriffen leiden – weil sie wegen der Bedrohung oder Stromausfall oft weder in die Schule gehen noch online lernen können.

Besonders beten wir für die Kinder und Jugendlichen, die im Osten des Landes von ihren Eltern getrennt und nach Russland verschleppt wurden. – kurze Stille –

Für alle, die durch Minen in großer Gefahr sind – und für die Männer und Frauen, die versuchen, diese Bedrohung wieder zu entfernen.
Für alle Vermissten oder Kriegs-Gefangenen.

Für die von der russischen Besatzung Befreiten; für Gefolterte und Misshandelte, die wieder atmen können. – kurze Stille –

Für alle, die auch von Deutschland aus erleben müssen, wie ihre Lieben und andere Menschen in der Ukraine leiden.

Für Kranke und Verletzte dort, deren medizinische Versorgung schwierig ist.
Und für die vielen, die immer weiter Hilfe und Ersatzteile ins Land bringen –

Für sie und alle, die aktiv bleiben und helfen, obwohl viele hier und anderswo schon „kriegsmüde“ werden. – kurze Stille –

Wir beten für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, die Waffen liefern, um die Ukraine zu unterstützen – oft mit schlechtem Gewissen und obwohl sie eigentlich Frieden wollen und keine Gewalt.

Für Gottes ganze Schöpfung, die unter dem Krieg und unter den Kriegsfolgen schwer leidet. – kurze Stille –

Wir beten für alle in der ganzen Welt, die sich nach Gerechtigkeit und Frieden sehnen.
Für die Frauen und Männer in Politik und Diplomatie, in der UNO und auf allen Ebenen, die trotz allem auf eine Friedens-Dynamik hoffen und das Gespräch suchen. – kurze Stille –

Wir beten für Politik und Wirtschaft und vor wirtschaftlichen Problemen überall.
Für Menschen und Betriebe, die ihr Leben oder ihre Geschäfte einschränken müssen
oder deren wirtschaftliche Existenz in Gefahr ist, weil Gas und Strom und fast alles so teuer werden.. – kurze Stille –

Für die vielen Staaten und Völker, die weiter auf die Getreideschiffe aus der Ukraine hoffen;
und für alle Menschen in der Welt, die unter Krieg und Hunger und anderen Ungerechtigkeiten leiden;

besonders beten wir für die Länder und Menschen, die wegen des Ukraine-Krieges fast in Vergessenheit geraten sind.. – kurze Stille –

Diese Bitten und die vielen Anliegen, die jetzt unausgesprochen bleiben müssen,
kennst Du, Lebendiger Gott des Friedens und des Trostes – und bist in deinem Sohn Jesus Christus nah bei allen Menschen in Not.

Dankbar legen wir ihre und alle Bitten zusammen in das Gebet, das Jesus uns zu beten lehrt …

Vater unser

LIED: GL 219 Mache dich auf und werde Licht

Ein Mann wollte ein Geschäft eröffnen und Fische verkaufen. Vor seinem Laden hängte er ein Schild auf. Auf dem Schild steht geschrieben: ‹Heute frische Fische zu verkaufen›.
Der Mann lud seine Freunde zu einer Eröffnungsfeier ein. Die Freunde gratulierten ihm zur Geschäftseröffnung. Ein Freund fragte ihn: «Warum hast du ‹heute› geschrieben? Das ist unnötig. Alle wissen schon, dass du heute verkaufst!
Also wischte der Fischhändler das Wort ‹heute› weg vom Schild. Ein anderer Freund fragte: «Warum steht da ‹zu verkaufen›? Jeder weiß, dass du verkaufst. Du hast ein Geschäft.
So entfernte der Fischhändler auch dieses Wort vom Schild.
Ein anderer Freund meinte: «Warum ‹frisch›? Es ist logisch, dass du nur gute und frische Ware verkaufst!
Am Schluss blieb nur das Wort ‹Fisch› übrig. Aber da sagte noch einer: «Warum brauchst du das Schild? Ich rieche deine Fische schon von weitem». Das Schild wurde weggestellt.
– Pause –
Unser Christsein soll man an unserem Leben erkennen und nicht an irgendwelchen Schildern. Wenn unser Leben echt ist, dann sehen es alle Menschen sofort. So wollen wir leben: Alle sollten sofort sehen, dass wir Christen sind.

Segen
Gott sieht die Not der Menschen – in Jesus hat Gott sich selbst in diese Not begeben
und lebt an der Seite der Armen und Unterdrückten, der Verletzten und Bedrohten und aller Menschen, deren Leben und Gesundheit bedroht ist.

Gottes Liebe gilt besonders den Kindern. Für sie und mit ihnen verbunden ist Jesus in Armut geboren, hat Gottes Gute Nachricht in die Welt gebracht, ist durch den Tod hindurch in neues Leben gegangen.

Er bleibt mit ihnen und mit uns auf unseren Wegen. Es stärke und begleite und segne die Menschen in Not und uns und alle, an die wir heute denken,
der liebevolle und mit-leidende Gott – der Vater, der Sohn und ihr Heiliger Geist. Amen

LIED: GL 453 Bewahre und Gott

15. Sonntag im Jahreskreis – 16. Juli 23 – Sämann

15. Sonntag im Jahreskreis – 16. Juli 23 – Sämann

Die meisten von Ihnen haben sicher schon mal versucht, eine Hofeinfahrt, oder die gepflasterte Terasse sauber zu halten?
Fast alle vierzehn Tage kämpfe ich damit. Meistens ziehe ich das Grün raus oder reiße es ab, das sich dann schon wieder zwischen den Pflastersteinen zeigt.
Wenn man das regelmäßig macht, sagen die Fachleute, dann würden die nicht gewünschten Pflanzen allmählich absterben.

Von wegen absterben! Nach wenigen Tagen sieht man schon wieder Gras und Klee. Und nach jedem Urlaub haben sich meist wieder ganze Ansätze eines Urwaldes im Pflasters angesiedelt.

Von wegen: Die Saat verdorrte auf steinigem Grund, weil sie keine Wurzeln hatte.
Der Evangelist kannte offenbar unsere Hofeinfahrt nicht!
Da verdorrt nichts, da ist das Kraut einfach nicht auszurotten.

Liebe Freundinnen und Freunde von Jesus,

natürlich ist mir klar, was das Gleichnis des Evangeliums letztlich sagen will.
Natürlich hat es die Saat mancherorts leichter und an anderer Stelle schwerer, wirklich aufzugehen.
Selbstverständlich gibt es Boden, der geeigneter ist und Umstände, die eine prächtige Vegetation geradezu garantieren.
Und es gibt Gegenden, die einfach Wüste sind, die einfach nur tot erscheinen.

Aber auch die Wüste lebt. Und unsere Hofeinfahrt besonders.
Und die ist damit für mich nicht weniger ein Gleichnis – und ein ganz wichtiges dazu.

Ohne dieses Gleichnis macht mir das heutige Evangelium nämlich Angst.
So kann es doch auch nicht gemeint sein, dass Gott seinen Samen ausstreut,  – und manche kapieren es, manche nehmen sein Wort auf und die anderen haben dann eben verloren.
So kann ich das nicht glauben.

Da möchte ich das Bild unserer Hofeinfahrt auf jeden Fall dazu legen.
Dieses Bild nämlich sagt mir, dass letztlich kein Same, den Gott ausstreut, auf Dauer verloren bleibt.

Mag sein, dass er ganz anders aufgeht, als wir uns das vorstellen oder wünschen.
An einer Steilküste entsteht eben kein maschinengerechtes Weizenfeld.
Und wer von einem Barockgarten träumt, wird von einer Blumenwiese wahrscheinlich enttäuscht sein.

Aber kommt es denn darauf an, was wir uns vorstellen?
Ich möchte darauf vertrauen, dass das, was Gott erwartet, auch wirklich geschieht, dass das, was er sät, nicht verloren geht.
Da mögen noch so viele Unkrautvernichtungsversuche drüber gehen, da mögen noch so schwierige Umstände herrschen – Gott und seine Sämlinge werden sich durchsetzen!
Darauf vertraue ich.
Am Ende wächst es auch unter den Dornen und auf steinigem Boden.

Das auch zum Trost für all diejenigen, die sich um dieses ausgestreute Wort Gottes mühen: die Lehrerinnen und Lehrer, alle in der Pastoral Tätigen und vor allem die Eltern.
Denn wer kennt deren Probleme nicht?

Und auch jene, die die Probleme mit den eigenen Kindern im Moment noch nicht kennen – ich garantiere Ihnen: Die Probleme werden kommen.

Enttäuscht aber werden Sie nur sein, wenn Sie sich ganz feste Vorstellungen gemacht haben, wenn Sie sich ein Bild davon machen, was am Ende für eine Pflanze entstehen soll.

Wer von der strammen Katholikin träumt, der wird schon fast verzweifeln, wenn die Tochter kaum noch zur Kirche geht, sich aber mit allem Einsatz bei Amnesty für Menschenrechte oder in der Flüchtlingsarbeit vor Ort engagiert.
Enttäuscht wird nur, wer sich ganz feste Vorstellungen macht.

Aber was für eine Ahnung haben wir denn letztlich davon, welche Pflanze sich Gott in den Kopf gesetzt hat.
Nur darauf aber kommt es an!
Er ist der Sämann.
Wir können das Wachsen nur begleiten.
Und maßen wir uns nicht an, entscheiden zu wollen, was für Gott Nutzpflanzen und was Unkraut zu sein hat.

Was weiß ich, von welchem Löwenzahn oder Franzosenkraut Gott träumt.
Eines aber, da bin ich mir ganz sicher, eines glaube ich wirklich zu wissen:
Dass beide am Ende ganz sicher blühen werden.

Amen.

11. Sonntag im Jahreskreis – 18. Juni 2023 „Alles umsonst“


Na – wer erinnert sich noch an den letzten Satz im Evangelium?
Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

Alles umsonst!
„Ich hab mir solche Mühe gegeben…“, „Ich hab mich total rein gehängt…“, „Ich wollte doch…“    Alles umsonst!!!

Liebe Schwestern und Brüder,
es gibt nichts Frustrierenderes als das „Umsonst“: Da strengt man sich total an, da steckt man viel Arbeit, Nerven und Kraft rein, opfert kostbare Zeit, und dann das: der erhoffte Erfolg bleibt aus. Alles war umsonst!!!

„Alles umsonst!“ – Aber, betrachten wir das ganze doch mal von der andern Seite.
Drehen wir quasi die Medaille jetzt einfach mal um.
Da gibt es plötzlich nichts Schöneres als das „Umsonst“. Alles hat nämlich immer zwei Seiten.
Statt Frust kommt Gnade und Geschenk zum Vorschein, statt „frustriert“ kommt ganz deutlich „DANKE“.

„Umsonst“ geschenkt – ganz unverdient, bedingungslos.

Auf diese großartige Seite der Medaille fällt das heutige Evangelium, wenn es heißt: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben!“

Jesus beauftragt seine 12 Freunde, ihn in seinem Wirken zu unterstützen, seine Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden und zu leben.

Eine herausfordernde, anspruchsvolle, kraft kostende Sendung.
Aber: Eine Sendung, die gelingen wird.
Denn die Apostel sind dabei nicht auf sich allein gestellt, sondern gesegnet mit der Liebe, Hilfe und Kraft Gottes.

Und darum können sie mit Gott an ihrer Seite, ihre Sendung erfüllen, können weitergeben, was sie empfangen haben und auch andere Menschen spüren lassen:
Gott ist da, er lässt euch nicht allein, das Himmelreich ist nahe.

Liebe Mitfreundinnen und Freunde von Jesus,
„Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“ – das gilt auch für jede und jeden von uns.

„Umsonst habt ihr empfangen“ –
Die Freude. Die Liebe. Die Hoffnung. Den Glauben.
Menschen, die es gut mit mir meinen.
So viele Augenblicke voller Glück.
Meine Stärken und Fähigkeiten.
Alles wirklich Wichtige im Leben.      –     „Umsonst habt ihr empfangen“.

Aber auch:   „Umsonst sollt ihr geben!“
Wie die Apostel bin auch ich und ist jeder der den Glauben ernst nimmt, dazu beauftragt, das mir Geschenkte nicht nur für mich selbst zu behalten, sondern weiterzugeben.

Dabei geht es nicht darum, große Wunder zu vollbringen und wie Jesus „Kranke zu heilen, Tote aufzuerwecken, Aussätzige reinzumachen, Dämonen auszutreiben“.

Diese großen Wunder,  –   kann ich Gott überlassen.
Mein Auftrag sind die kleinen Wunder: dass da, wo ich bin, in der Familie, am Arbeitsplatz, in meinem Umfeld, Menschen aufatmen können, Hoffnung spüren, zu mehr Leben finden.

Ich kann keinen, der krank ist, heilen – aber ich kann ihm die Hand halten, ihm zuhören, seine Sorgen ernst nehmen.

Ich kann keine Toten auferwecken –
aber ich kann Trauernden zeigen, dass ich an sie denke.
Ich kann von dem Trost erzählen, den ich im Glauben finden kann, ich kann meine Hoffnung und Zuversicht mit anderen teilen.

Ich kann keine Aussätzigen rein machen –
aber ich kann auf Fremde zugehen, ich kann jemandem zeigen: Du, ja gerade du, bist wichtig.
Ich kann anderen Zeit und Gemeinschaft schenken.

Ich kann keine Dämonen austreiben –
aber ich kann andere zum Guten animieren.
Ich kann beten, dass in mir und anderen das Gute über das Böse siegt.

Ich kann keine großen Wunder vollbringen.
Aber mit Gottes Begleitung, Bestärkung und Führung kann ich seinen Auftrag erfüllen, nämlich „umsonst weitergeben, was ich umsonst empfangen habe“: seine Liebe.

Und auch wenn sich dabei zwischendrin vielleicht manchmal die Medaille umdreht, und ich das Gefühl habe, alles ist umsonst, ich werde es nicht schaffen.

Trotzdem! Die andere Seite der Medaille ist letztlich immer stärker:
Weil ich in Gottes Gnade und Liebe geborgen bin, kann meine Mühe nie umsonst und vergeblich sein.

Ihnen allen einen gesegneten Sonntag!

Predigt Beerdigung Diakon Bringfried S. *05.05.23

Predigt Beerdigung Diakon Bringfried S. 28.08.32 -05.05.23

„Der Tod ist die uns zugewandte Seite jenes Ganzen, dessen andere Seite Auferstehung heißt“ Romano Guardini

Liebe Bärbel mit Großfamilie, liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst, liebe Freunde und Nachbarn von Bringfried, liebe Trauergemeinde. Ich habe es nur zwei Mal gehört, dass Bringfried sagte: „Ich will sterben!“, aber er hat es oft gesagt. Und das sagte er nicht traurig, sondern in Erwartung der Erlösung und eines Treffens mit unserm Herrn.

„Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden“ – so betet der greise Simeon, als er das neugeborene Jesus­kind in seinen Händen hält und in ihm den Messias erkennt. Simeon steht an der Schwelle zum Tod, in gesegnetem Alter, am Ende eines langen Lebens.
Seine Lebensarbeit und Lebensleistung hat er längst hinter sich gelassen; nun – so heißt es – wartet er auf die Rettung Israels und darauf, dass er diesen verheißenen Retter persönlich sehen darf. Jetzt, als er ihn in Gestalt des Jesuskindes in Händen hält, kann er in Frieden sterben.

Nach einem langen Leben, er­füllt von einem tiefen Glauben an Gott, hat Bringfried am letzten Freitag sein Leben, an der Händen seiner Frau und seiner Kinder in die Hand Gottes gerne zurückgegeben.

Bringfried, vor über 90 Jahren in Liegnitz (Schlesien) geboren, ein Ort, der sein ganzes Leben seine wirkliche Heimat blieb, musste vor Kriegsende fliehen und fand ein Stück neue Heimat in Eisleben (Sachsen-Anhalt). Hier trat Bringfried nach eigener Entscheidung der katholischen Kirche bei.
Er hatte Dich Bärbel in Eisleben mit 15 Jahren durch die Jugendarbeit kennengelernt und 1955 geheiratet. In Eisleben wurde er auch Lehrer, hatte seine ersten Schüler, ist dann aber auf Grund seiner Ehrlichkeit und Abneigung gegen das DDR-Regime, 3 Tage vor dem Mauerbau mit seiner Familie incl. drei Kindern nach Westdeutschland geflüchtet und landete dann irgendwann hier in Stukenbrock.

Das war für alle hier eine gute Entscheidung. Bringfried brachte sich, trotz seines gesundheitlichen Handicaps überall ein, wo es notwendig war, oder wo er gebraucht wurde. Lange Jahre war er im Vorstand des Bundes der Vertriebenen. Er gründete mit anderen die Kolpingfamilie Stukenbrock und war natürlich aktives Mitglied in 2 Schützenvereinen.
Die Praxis der Ehevorbereitung im Dekanat wurde von ihm modernisiert und Jahre begleitet.

Seine Grundleidenschaft war das Lehrersein und seine Fürsorge für seine Schüler. Seine tiefe Begeisterung war seine Familie mit seinen vier Kindern. Die Freude wuchs immens, als dann auch noch 6 Enkelkinder und 2 Urenkel da waren, die er begleiten durfte und die an seinem Leben und seinem Wissen teilhaben konnten. Es gab kaum etwas, was Bringfried nicht wusste, er sammelte alle Informationen, die es über Stukenbrock und andere Interessenbereiche gab.

Dazu war Bringfried ein Christ mit tiefen, festverankerten Wurzeln. Er liebte seinen Glauben bis zuletzt und hielt fest an seiner Kirche, bei allem Ärger und Zorn, der ihn in diesem Zusammenhang auch bewegte.

1971 wurde Bringfried als einer der ersten Diakone unsere Diözese geweiht und prägte die weitere Entwicklung mit viel Ehrgeiz und großem Engagement. Lange Jahre war er durch seine Aufgabe als Diözesansprecher mit vielen wichtige Personen in Paderborn mitbrüderlich und freundschaftlich verbunden.

Gerne besuchte Bringfried mit der Krankenkommunion ältere Gemeindemitglieder, viele Kinder wurden von ihm getauft und manch einer auch auf dem letzten Weg begleitet. Bringfried war mit ganz viel Herzblut Diakon und hat den Glauben beispielhaft gelebt.

Wie Bringfried oft sagte, war seine „Schnauze“ sein Talent. Dieses Talent hat Bringfried oft zum Segen und zur Freude vieler, auf fast allen Begegnungen eingebracht.

Aber über allem stand immer wieder seine Frau und seine Familie. Es hat ihm so gutgetan, dass Du Bärbel immer, auch mit Hilfe eurer Kinder an seiner Seite standest und das bis zur letzten Minute seines Lebens. Ein tolles Geschenk und Danke für euer gutes Beispiel.

Wenn wir auch zu Recht traurig sind über den Tod von Bringfried, so dürfen wir, wie er selbst bis zum letzten Moment glaubte, auch glauben, dass sein begrenztes Leben verwandelt ist in ein Leben ohne Grenzen, ohne Leid und Behinderung.
Seine Auferstehung hat stattgefunden. Bringfried hat einen Platz bei Gott.

Denn unser Gott ist es, der alles Bruchstückhafte im Leben von Bringfried verwandelt, heilt und wieder ganz macht, weil Gottes Barmherzigkeit größer ist als alle Schuld.

Es hat ganz viele Dinge und Beziehungen in Bringfrieds Leben gegeben, die ihm gut, manche aber auch sicher nicht so gut gelungen sind.
Jetzt kann mit Gottes Hilfe alles zum Segen für ihn und für uns verwandelt werden.

Das Leben von Bringfried ist jetzt nicht wirklich weniger geworden, es ist nur aus unserem begrenzten Denken verschwunden und hineingegangen, in einen für uns jetzt nicht fassbaren Zustand, den wir Ewigkeit oder Himmel nennen.

In einen Zustand, wo wir glauben, dass der Mensch in seiner ganzen Größe, mit allen seinen Talenten und Stärken, aber auch Schwächen angenommen wird und zur Entfaltung kommt.

Das Leben von Bringfried ist nun geborgen in Gottes liebenden Hand, jetzt bis in alle Ewigkeit.

Wir können Bringfried jetzt direkt nichts mehr sagen, kein liebevolles, kein dankendes, aber auch kein versöhnendes Wort, – in Wirklichkeit begreifen wir alles nicht.
Aber unsere Verbindung kann lebendig bleiben aus dem Glauben an die Auferstehung heraus.
Diesen Glauben hat unser Bringfried in einer besonderen Weise gelebt und dieser Glaube hat ihn auch mit großer Hilfe durch sein Sterben begleitet.

Liebe Bärbel, Kinder und Kindeskinder, Deinem Bringfried, Euerm Vati und Opa geht es jetzt gut. Er wird auch weiter an Eurer Seite sein.
Er sieht Euch und hört Euch zu, denn er hatte Euch alle wahnsinnig lieb.

Danke für alles Bringfried!

Amen

Leben in Fülle – 4. Sonntag der Osterzeit – A

Leben in Fülle – 4. Sonntag der Osterzeit – 30.04.23 – A
Im heutigen Evangelium hat mich der letzte Satz auf mein Leben, und auf meinen Auftrag als Diakon aufmerksam gemacht und das schon seit vielen Jahren.
Es ist der Ausspruch Jesu „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“.
Dieser Satz ist praktisch das Motto von Jesus gewesen.
Damit zeigt sich Christus als der größte und wichtigste Diakon aller Menschen und aller Zeiten.

Viele von uns kennen das Buch „Die kleine Raupe Nimmersatt“. Sie frisst zuerst Obst, steigert schließlich jeden Tag ihre Portion, aber satt war sie noch immer nicht.
Am Samstag isst sie noch mehr, isst Süßes und Saures durcheinander.
Es wundert mich nicht, dass sie Bauchschmerzen bekam.
Sie hat sich überfressen.
Am Sonntag besinnt sie sich und isst das ihr Artgemäße.
Sie knabbert nur ein grünes Blatt an. Auf einmal geht es ihr viel besser.
Danach kommt die große Verwandlung: aus der Raupe wird ein Schmetterling.

Gleicht unser Leben nicht auch der Raupe und einem Schmetterling?
Auch unser Leben muss eine Wandlung erfahren.
Sonst könnten wir leicht den Bogen mit Essen und Trinken überspannen.
Das Eigenartige an dieser Welt ist, dass sie uns letzten Endes nicht satt macht.

Daher versucht Jesus die Menschen weiterzuführen, von der Sättigung des Magens zur Sättigung des Geistes, von dem Hier des vergänglichen Lebens, zur Erhaltung des unvergänglichen Lebens.
Des Menschen Seele findet in der Endlichkeit des Hierseins auf dieser Welt keine Ruhe.  

Das Leben auf Erden schenkt uns noch nicht die Erfüllung auf die wir warten.
Ich muss erst neu geboren werden.
Ich muss mein irdisches Leben lassen, mein kleines begrenztes Ich ablegen, um in das ewige Leben Gottes zu gelangen, in eine unendliche Fülle und Weite.
Sterben heißt daher: die Hände frei haben für die ewige Umarmung Gottes.
„So gesehen wächst dann aus dem Tod Leben, Leben in Fülle“, „wie aus dem Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt, viel Frucht hervorgeht“.
Der Mensch stirbt in ein Du hinein, d.h. er steht in Gott wieder auf.
Dann gehört der geistig-seelische Hunger und Durst der Vergangenheit an.
Wenn wir das hören, merken wir sofort, dass ich dieses göttliche Leben nicht machen kann, ich muss es mir schenken lassen.

Wir glauben immer, das Leben ist gelungen, wenn wir hier Erfolg haben.
Wir glauben immer: Leben ist „Selbstverwirklichung“.
Nein! Das wahre Leben beginnt erst, wenn ich über mich hinausschaue, über mich hinauswachse, wenn ich auf Jesus schaue, der „die Auferstehung und das Leben“ ist.
Wer daher an Jesus vorbeigeht, geht an der Fülle des Lebens vorbei.

Das ist die Botschaft des Evangeliums: Wer Christus aufnimmt, hat Zugang zu Gott, zum ewigen Leben.
Das ist die Botschaft hinter dem Evangelium: Jesus ist nicht einer der Auferstandenen, Jesus Christus ist die personifizierte Auferstehung.
Wer sich ihm nähert, steht auf, wer bei ihm wohnen darf, hat das Leben in Fülle.

Diese Botschaft möchte ich gerne leben und weitergeben. Sie ist das größte Geschenk an uns Menschen.    AMEN

Predigt Johannes 21, 1-14 (3. Ostersonntag 23)

Predigt über Johannes 21, 1-14 (3. Ostersonntag 23)

Ostern ist vorbei. Das eine oder andere Schokoladenei findet man noch beim Unkraut ziehen.
Der Alltag mit den vielen Aufgaben, den Erfolgen und auch den Enttäuschungen nimmt uns längst wieder ganz in Anspruch.
Von der frohmachenden Botschaft der Auferstehung ist im Alltag oft wenig zu spüren, und sie gerät allzu schnell in Vergessenheit.
Dabei kann sich doch der Glaube an den Sieg des Lebens über den Tod, – den uns Christus errungen hat, so positiv auf unser Leben auswirken und bei den vielen weltweiten Probleme uns davor bewahren, den Kopf in den Sand zu stecken.
Glauben findet eben nicht nur an Sonn- und Feiertagen oder während der Messe statt.

Das haben auch die Christen des 1. Jahrhunderts schon gespürt und darum vielleicht die heutige Begegnungsgeschichte mit dem Auferstandenen an das Johannesevangelium angehängt.
Denn es scheint, dass auch die Jünger nach dem Tod und der Auferstehung Jesu zunächst nicht wissen, wie sie Jesu Botschaft leben und weitertragen sollen, denn wir haben gehört, dass sie wieder zur gewohnten Tätigkeit des Fischens zurückgekehrt sind.
Und nach erfolglosen nächtlichen Fangversuchen treffen sie mit ihren leeren Netzen am Ufer auf Jesus, den sie aber nicht erkennen.

Sie aber schenken diesem Fremden, der sie in ihrer Not anspricht und wahrnimmt, Vertrauen und befolgen gegen jedes besseres Wissen seinen Ratschlag, die Netze noch einmal auf der rechten Seite auszuwerfen.
Sie werden nicht enttäuscht.
Es wird ihnen ein wahnsinnig großer Fischfang beschert und die Erkenntnis: Es ist der Herr!

Trotz ihrer Enttäuschungen, ihrer Angst und Sprachlosigkeit nach den vergangenen Geschehnissen in Jerusalem haben sich die Jünger Jesu die Offenheit für ein Lebenszeichen Jesu bewahrt und an der Liebe zu ihm festgehalten.
Sie haben Jesu heilendes Wirken und seine Art einzugreifen, da wo Not ist, nicht vergessen.
Nun sind sie wieder mal selber die Beschenkten.

Nehmen Sie sich jetzt mal 2 Minuten Zeit und vielleicht erinnern auch wir hier uns an tolle Momente des Beschenktseins in unserem eigenen Leben.

– 2 Minuten meditative Orgelmusik –

Im 2. Teil der heutigen Auferstehungsgeschichte steht das Mahl im Mittelpunkt. „Kommt her und esst!“ Den Jüngern sind die Worte vertraut – sie haben sie schon oft gehört.
Diese einladende Geste ist das besondere Erkennungszeichen Jesu – damals wie heute.
Beim letzten Mahl in Jerusalem vor seinem Tod, und hat er das Mahl als Zeichen seiner Liebe und als Ort der bleibenden und liebenden Gemeinschaft mit ihm eingesetzt.

Jesus will, dass diese Gemeinschaft weiter lebendig bleibt und sich auch nach Ostern im Zeichen des gemeinschaftlichen Mahles fortsetzt.
Die Einladung zum Mahl mit ihm gilt auch uns heute: Er will auch unseren Hunger sättigen, unsere leeren Netze der vergeblichen Mühen füllen und uns teilhaben lassen an seiner Lebensfülle.
Jeder Gottesdienst will uns zu dieser Begegnung mit Jesus führen.

Lassen wir uns vom Vertrauen der Jünger anstecken,
trotz vieler Enttäuschungen,
und trotz aller Fragen und Zweifel immer wieder die Netze auszuwerfen,
einander und anderen auch im Alltag von Jesu lebensstiftender Botschaft zu erzählen
und die Gemeinschaft mit ihm im Mahl von Brot und Wein zu feiern.
Amen.

Totengebet für Hans Peitz

Totengebet für Hans Peitz gest. 30.09.16

Heute Abend wollen wir in Gedanken Hannes, wie ihn viele nannten ganz nahe sein. Wollen ihm danken für die Zeit die wir mit ihm verbringen durften, als Ehepartner, Kinder, Enkelkinder oder auch als Nachbar, Freund oder guter Bekannter.

Wir dürfen ihm das sagen, was uns am Herzen liegt, auch den Wunsch nach Vergebung, da wo wir uns nicht gut verhalten haben. Wir dürfen uns erinnern an viele Begebenheiten, die wir gemeinsam erlebet haben und ihm danken für all die Hilfe, die wir durch ihn in vielen Jahren erfahren haben in unserer Gemeinde, aber auch auf der politischen Ebene.

Und wir dürfen ihn bitten, in der Gewissheit unseres Glaubens, dass er einen guten Platz beim Vater im Himmel gefunden hat, dass er Fürsprache bei Gott für seine Familie und für uns einlegt, dass er uns auch weiter in guten und in schlechten Zeiten begleite.

Übergeben wir jetzt auch Gott im gemeinsamen Beten unsere Trauer und unsere Gedanken. Möge uns die Botschaft Jesu Christi helfen, dass Er auch und gerade jetzt sein Kind Hans Peitz in seinen Händen geborgen hält.

Im Namen des Vaters, …………………

Lied: Ich steh vor Dir mit leeren Händen Herr GL 621

Derr Herr ist mein Hirte,
nichts wird mir fehlen.
Herr erbarme Dich!
Er leitet mich auf rechten Pfaden,
treu seinem Namen.
Christus erbarme Dich!
Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang
und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.
Herr erbarme Dich!
Das Lebensbuch von Hans ist zugeschlagen.
Es ist sein eigenes Buch voller Erfahrungen und Bilder.
Manche Seiten darin kennen wir,
die einen mehr, die anderen weniger.
In unterschiedlicher Form und Nähe
haben wir manche Seiten mit beschrieben.
Dennoch war es sein Lebensbuch.
Keiner von uns kennt alles, was darin steht, selbst wenn wir noch so
nahe und lange mit ihm zusammengelebt haben.
Denn auch die Fragen und Sehnsüchte, die Hoffnungen und das
Unausgesprochene: All das ist enthalten im Buch des Lebens.
Und dieses Buch ist jetzt geschlossen.
Aber einer öffnet und liest das Buch,
während wir nur in Erinnerung leben.
Es ist unser Gott.
Der Gott des Lebens von Anfang an.
Der Gott des Lebens jeden Tag und jeden Augenblick.
Der Gott des Lebens auch in dunklen Stunden.
Der Gott des Lebens auch und gerade über den Tod hinaus.
Dieser Gott sieht tiefer und liebt mehr als wir das vermögen.
Dieser Gott des Lebens – darauf vertrauen wir –
hat Hans in das göttliche Buch des ewigen Lebens
eingeschrieben.

Lesung – Offb 21, 1-5a

In wunderbaren Bildern beschreibt die Heilige Schrift das ewige Leben. Die Verheißung des neuen Jerusalem als Wohnort Gottes unter den Menschen gehört zu den schönsten Stellen.
Hören wir jetzt diesen Abschnitt aus der Offenbarung des Johannes:
Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde;
denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen,
auch das Meer ist nicht mehr.
Ich sah die heilige Stadt,
das neue Jerusalem,
von Gott her aus dem Himmel herabkommen;
sie war bereit wie eine Braut,
die sich für ihren Mann geschmückt hat.
Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen:
Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen!
Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein;
und er, Gott, wird bei ihnen sein.
Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen:
Der Tod wird nicht mehr sein,
keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal.
Denn was früher war, ist vergangen.
Er, der auf dem Thron saß, sprach:
Seht, ich mache alles neu.

Hans war ein sehr aktives Mitglied in unserer Kirchengemeinde von Anfang an. Solange seine Gesundheit es zu ließ, konnte man sicher sein, ihn am Wochenende in der Kirche zu treffen. Seinen Glauben hat er gelebt, wenn er sich aktiv in der Gemeinde, im Pfarrgemeinderat, im Kirchenvorstand, bei Pfarrfesten und jeder Gelegenheit, wo hilfreiche Hände gebraucht wurden, einbringen konnte, wenn er nahezu jeder Bitte um Hilfe nachgekommen ist und den Seinen ein treusorgender Vater, Ehemann und Opa war. Wir nehmen ihn jetzt in unser Beten, in unser Denken in unsere Nähe zu Gott mit hinein.

Ich glaube an Gott ………….
Vater unser ………………
Gegrüßet seist du Maria, …………….., der auch für uns gestorben ist.

Vater unser ………………
Gegrüßet seist du Maria, …………….., der uns alle Schuld vergibt.

Vater unser ………………
Gegrüßet seist du Maria, …………….., der uns mit ausgebreiteten Armen erwartet.

Lied: Segne Du Maria GL 999

Fürbitten
Gott, wir können außer beten nichts mehr für Hans tun. Wir hätten ihm gerne geholfen. Er ist gegangen, nach langer bedrückender Krankheit, ohne sich von seiner Gemeinde verabschieden zu können. Sein Leben ist in den letzten Jahren unserer Nähe entglitten, auf einmal ist Hans nicht mehr da.
Wir können dich nur bitten, ihn in deine liebenden Arme aufzunehmen. Schütze ihn mit deiner liebenden Hand. Schenke ihm ein neues zu Hause in deiner wohltuenden Nähe.

Hilf uns Gott, dass wir über seinen Tod nicht sein Leben vergessen. Und da gibt es viel, was uns dankbar macht. Wir danken dir für alles, was Hans aus deiner Hand empfangen durfte. Wir danken dir für alles, was wir durch seine Nähe erhielten und was wir ihm geben durften.

Gott, sei du mit allen, die Hans nahe stehen, besonders mit Gertrud und Udo, Rita, Herwart und Ralf, all seinen Enkelkindern, sowie allen Verwandten Freunden und Nachbarn. Schenk ihnen jetzt deine Kraft, diesen Tod anzunehmen. Schenke ihnen Offenheit für Trauer und gib du ihnen Halt.

Und wir bitten für uns alle. Jeder von uns hier könnte der Nächste sein. Schenke uns deinen Segen gerade in diesen Tagen. Lass uns wieder bewusster leben.

Wir bitten Dich für all die Menschen in den Kriegsgebieten dieser Erde, die entsetzlichen aushalten müssen und oft unter furchtbaren Umständen sterben. Ebenso bitten wir für alle Flüchtlinge, dass sie liebevoll in den Ländern aufgenommen werden, die auf der Flucht gestorbenen gib Heimat bei Dir.

Wir bitten für die Armen in der Welt. Sei du auch mit ihnen. Schenke ihnen Freude und Brot. Segne die, die ihnen helfen Hunger, Ungerechtigkeit, Unfriede und Tod die Stirn zu bekämpfen. Amen.

Gott unser Vater,
über einer Welt von Gräbern steht das Kreuz deines Sohnes und es verbindet alle Menschen, alles Leid, alle Trauer und allen Schmerz.

Wenn wir deine Wege auch nicht verstehen können, so vertrauen wir doch der Botschaft deines Sohnes, dass wir von deiner väterlichen Liebe gehalten sind.

So haben wir in diesem Totengebet für Hans Peitz gebetet.
Nimm ihn auf und lass ihn auf ewig bei dir geborgen sein.
Uns aber lass so leben, dass Du Freude an uns hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Vor dir, Herr, bedenken wir unser Leben, denn rasch geht es dahin. Die Dauer ist ohne Belang und keiner kann sie verändern.

Doch jeden Tag zu gestalten und jede Tat zu verantworten vor dir, unserem Schöpfer, das ist uns aufgetragen.

Mache kurz die Zeit unserer Trauer, und lass dankbare Erinnerung wachsen. Lass uns unsere Tage zählen, damit wir ein weises Herz gewinnen.

Wende dich uns zu, du guter Gott, und lass das Werk unserer Hände gelingen. Bleibe bei uns, bis ans Ende unserer Tage und segne, was wir zu tun beginnen, ja, segne unser Leben, Herr – im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Lied: 955 1+2+4+5 Von guten Mächten

TOTENGEBET für Maria Rehpöhler

TOTENGEBET für Maria Rehpöhler, geb Stickling

gest. 18.03.16
St. Judas Thaddäus 22.03.16 – 18.00 Uhr
Ein Bild von Maria mit einer Kerze auf einem einfachen Tuch vor den Altar stellen.

LIED: GL 422 1-3 Ich steh vor Dir mit leeren Händen Herr

Arthur: Wenn jemand stirbt, fährt kein Auto langsamer,
wird woanders weiter gearbeitet und gefeiert,
aber scheinbar unterbricht der Tod
den Fluss und den Lauf des Lebens
ganz radikal und endgültig.
Nur im Glauben erahnen wir,
und Maria hat das auch getan,
ganz überzeugt,
dass das Leben aufersteht,
eine neue Form bekommt
auch jenseits des Schrecken des Todes,
wie wir gerade jetzt am Osterfest gedenken.
In solchem Glauben,
der uns mit Maria über den Tod verbindet
haben wir uns hier in der St. Judas Thaddäus Kirche versammelt
um an Maria zu denken,
die manche Stunde ihres Lebens hier verbracht hat,
und um sie unserem Gott,
der sie in seine unbegreifliche Liebe aufnimmt
zu empfehlen und um für sie zu beten.
Im Zeichen dieses Glaubens beginnen wir:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Karin: Derr Herr ist mein Hirte,
nichts wird mir fehlen.
Herr erbarme Dich!

Er leitet mich auf rechten Pfaden,
treu seinem Namen.

Christus erbarme Dich!

Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang
und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.

Herr erbarme Dich!

A: (Meditation zur 1. Rose: ganz langsam und ruhig)

Wir legen eine Rose
zum Bild von Maria
in Dankbarkeit für ihren Glauben.

(Eine Rose wird zum Bild gelegt – in Stille – danach)

Wir danken für einen Glauben,
den Maria selbst gelebt hat.
Einen Glauben aber auch,
den sie weiter gegeben hat,

den sie uns geschenkt hat.
Einen Glauben an das Gute.
Auch an das Gute im Menschen.
Einen Glauben an den guten Gott.
Ein Vertrauen,
das auch uns leben lässt.
Ein Grund,
der auch uns Halt gibt.

Ein Weg,
der auch weiter führt.
Für ihren Glauben danken wir.
Um diesen Glauben beten wir.

K: Wir beten zusammen:

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Es folgt ein Gesätz vom Rosenkranz

A: Gegrüßet seist du Maria, ………………… der für uns gestorben ist (10x)

Glaubend wagen wir es,
über den Tod hinaus zu denken,
das scheinbar endgültige Ende
im Wunder eines neuen Anfangs zu deuten.
So beten wir für Maria:
Noch steht sie uns
in ihrem irdischen Leben
deutlich vor Augen:
Gott! Deine Hand ist es, die uns nicht fallen lässt.
Und dein Wille ist es, dass wir leben.
Lass deinen Willen geschehen
im Geschenk des neuen Lebens
für Maria Rehpöhler. Amen

K: Wir legen eine zweite Rose
zum Bild von Maria
und danken
für ihre Hoffnung.
(Eine zweite Rose wird zum Bild gelegt – in Stille.) danach

Diese Hoffnung hat sie
gebraucht in all den Herausforderungen ihres Lebens in bewegten Zeiten.
In all den mühsamen Stunden,
wo sie alle Kraft brauchte,
um weiter gehen zu können,
um genügend Mut zu haben für den nächsten Schritt.
Und die hat sie gehabt,
diese Hoffnung und Zuversicht, in den Zeiten der Not und
in den Zeiten der Krankheit.
Sie hat uns damit diese
Hoffnung weiter geschenkt,
als kostbares Geschenk
auf unserem Lebensweg.
Für diese Hoffnung
danken wir.
Um diese Hoffnung beten wir.

Es folgt ein Gesätz vom Rosenkranz

A: Gegrüßet seist du Maria, ………………… der für uns von den Toten erstanden ist (10x)
K: Die Hoffnung trägt uns weiter,
auch wenn der Abschied in diesen Tagen
schwer auf uns lastet.
So denken wir an Maria
und erhoffen für sie die
Vollendung ihres
Lebensweges
in Gottes guter Vaterhand:
Gott! In deinen Gedanken sind wir bewahrt,
und in deiner Güte begleitet
auf all unseren Wegen.
Vollende in deinem Segen das Lebenswerk
von Maria Rehpöhler. Amen

A:
Wir legen eine dritte Rose
zum Bild von Maria,
und danken für ihre Liebe.
(Eine dritte Rose wird zum Bild gelegt – in Stille.) danach
Ihrer Familie galt diese Liebe
in der Sorge und Mühe
besonders um Helmut
und ihre Kinder,
aber auch ihre Schwiegereltern
und so viele Mitglieder unserer Gemeinde.
Sie selbst ist ihnen ein Haus
der Geborgenheit geworden.
Ein offenes Ohr hat sie gehabt
für alle Anliegen und Nöte.
Und mit wachen Augen hat sie wahrgenommen,
was dort und da Sorge bereitete.
Ein offenes Herz haben
aber auch viele andere in ihr gefunden:
Verwandte, Freunde, Nachbarn.
Sie hat geholfen, wo sie konnte.
Für ihre Liebe danken wir.
Um diese Liebe beten wir.

Es folgt ein Gesätz vom Rosenkranz

K: Gegrüßet seist du Maria, ………… der uns einen Platz im Himmel bereitet hat (10x)

A:
Die Liebe verbindet,
was der Tod auseinander reißt.
Und die Liebe vollendet, was der Abschied offen lässt.
So beten wir für Maria:
Die Liebe Gottes
möge sie empfangen,
wo sie unsere Nähe
zurück lassen muss:
Gott! Dein Name ist über uns ausgerufen.
Aus deinem JA kommt unser Leben.
Vollende dieses dein JA
und führe Maria Rehpöhler herauf
ins neue Leben bei dir. Amen

(Abschluss (noch 7 Rosen) um das Bild legen: danach)

A: Einen Kranz von Rosen
haben wir um das Bild von Maria gelegt.
Einen Kranz von Rosen
haben wir um unsere
Verstorbene gebetet.
Ein schönes Bild
für das neue Leben,
das für Maria
durch Christus gerade jetzt an Ostern eröffnet ist:
hineingenommen
in die Blüten der Liebe Gottes;
umgeben von den Boten des Lebens;
umhüllt vom Segen des Dreifaltigen.
In diesem Segen
bleiben wir verbunden
mit unserer Maria Rehpöhhler.
In diesem Segen
mögen auch die Tage der Trauer
Hoffnung und Zuversicht atmen.

(A und K zusammen – Segen: )
So stellen wir uns am Ende unserer Gebete für Maria
unter diesen Segen, und rufen:
Mit seinem Licht erfülle Gott unsere Dunkelheit.
Mit seinem Wort erlöse er unsere Sprachlosigkeit.
Mit seiner Liebe befreie er unsere Ohnmacht:
So segne uns Gott
mit neuem Leben,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Lied: Segne du Maria

4. FASTENSONNTAG – 19. März 2023 – A  LAETARE

4. FASTENSONNTAG – 19. März 2023 – A  LAETARE

„Laetare“ – „Freue dich!“ so heißt schon seit dem 11. Jahrhundert der heutige 4. Fastensonntag.

Er hat seinen Namen vom Eröffnungsvers der Heiligen Messe:
„Laetare Jerusalem“ – „Freue dich, Jerusalem!“
Der Ernst der Fastenzeit wird unterbrochen.
Da wird die Vorfreude auf Ostern, das höchste Fest der Christenheit, spürbar.

„Freut euch mit Jubel“ heißt es im Eingangsvers der heiligen Messe weiter.
Dieses Wortspiel erinnert an den Sonntag Gaudete, den dritten Advent, der – wie der heutige Sonntag – ein Sonntag der Vorfreude ist und damit ein Freudensonntag.

Ganz gleich wie man formuliert, wichtig ist die Botschaft.
Sie trifft uns mitten in der Fastenzeit, genau zwischen Aschermittwoch und Ostern.
Hören wir den Aufruf zur Freude!
Stimmen wir ein in die Freude, in den Gesang, in den Jubel in der Vorfreude auf das Osterfest!

Die Fastenzeit, heißt ja in der Liturgie der Kirche „österliche Bußzeit“.
Es geht Ostern entgegen, dem Fest der Auferstehung und des Lebens.
Und heute halten wir inne.
Stop! Wir schauen auf das Ziel dieses Weges.
Es rückt näher. Das Ziel ist Ostern. Und das ist Grund zur Freude.
„Laetare Jerusalem“ – „Freue dich, Jerusalem!“
Und mit Jerusalem sind wir gemeint.

Schaut doch mal nach draußen! Freut sich nicht auch die Natur mit, in diesen Tagen?
Acker- und Gartenboden riechen nach Frühling.
Die Schneeglöckchen blühen, die Krokusse strecken ihre Blüten aus der Erde.
Die Forsythien fangen an zu leuchten. Die Osterglocken kommen heraus.
Bald stehen die Magnolienbäume in voller Pracht und Blüte.

„Laetare!“ – „Freue dich!“
Christus will, dass seine Freude in uns ist. Das Wort JESU ist nicht Drohbotschaft, sondern Frohbotschaft. Es will Licht und Freude bringen in unsere Welt. Sein Wort will unser Leben hell und reich und froh machen.

Sonntag Laetare – Sonntag der Freude!
Freuen dürfen wir uns, weil „Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen einzigen Sohn für uns dahingab.“
Und von ihm, dem Sohn heißt es: „Christus hat uns geliebt und sich für uns hingegeben.“
Er ist in die Welt gekommen, „nicht um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten“.

Gott ist kein Rächergott, sondern Rettergott.
Er will nicht Untergang und Verderben, sondern Heil und Leben.
Deshalb: „Laetare!“ – „Freue dich!

„Gaudete cum laetitia!“ – „Freut euch mit Jubel!“
Das Evangelium vom Sonntag „Laetare“, liebe Schwestern und Brüder, erzählt von der unendlichen Liebe Gottes zu uns Menschen.
Keiner ist aus dieser Liebe ausgeschlossen, auch wenn wir wissen, dass wir sie nicht verdienen, weil unser eigenes Leben und all unser Wollen und Vollbringen immer schwach und brüchig und fehlerhaft ist.
Doch Gottes Liebe ist größer als unsere Schwachheiten und all unser Versagen. Gottes Liebe ist größer als alle Schuld.
Jesu ausgespannte Arme am Kreuz sind Zeichen seiner Liebe.
Jesu durchbohrtes Herz ist Zeichen seiner Liebe!
Auf einem Flurkreuz habe ich mal gelesen: „Das tat ich für dich! Was tust du für mich?“
Gottes Liebe ruft unsere Liebe. Jesu Herz ruft unser Herz!

Auf einem Abreißkalender fand ich die Worte:
„Die Alltagsform der Liebe ist die Geduld, – die Höchstform das Verzeihen.“

Vergessen wir nicht, dass es Liebe zu Gott ist, wenn wir die Schwester, den Bruder lieben.
Nicht richten, sondern retten, das gilt auch für uns.
Geduld haben, Liebe üben, bereit sein zu vergeben!

Oder wie der heilige Don Bosco gesagt hat:
„Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.“

Amen

Predigt Karnevalssonntag 2023

Predigt Karnevalssonntag 2023

Hallo Ihr Lieben, Entschuldigung Helau, meine ich.

Nur, dass Sie es verstehen: Immer, wenn in dieser Predigt ein Witz kommt, setzte ich den Hut auf, damit sie auch wissen, wann sie lachen müssen. (Hut auf)
Ein armer, gläubiger Mann betet zu Gott: … „Lieber Gott, bitte lass mich im Lotto gewinnen.“
Am nächsten Tag betet er wieder: „Herr, bitte mach, dass ich im Lotto gewinne.“
So geht das Tag für Tag. Nach einem Jahr betet der Mann immer noch: „Lieber Gott, bitte lass mich auch mal im Lotto gewinnen.“ Nichts passiert.
Der Mann betet tapfer weiter, dann erhellt sich plötzlich der Raum und eine tiefe, laute Stimme spricht zu ihm: „Lieber Mann, gib mir doch eine Chance, kauf dir endlich einen Lottoschein!“
Schön Sie lachen zu hören, Humor ist doch etwas grundlegend Wichtiges für die Gesundheit.
Einer noch:
Ein Ballonfahrer hat sich verflogen und weiß nicht mehr, wo er ist. Da sieht er unten in der Landschaft einen Mann laufen und ruft hinunter: „Können Sie mir sagen wo ich jetzt bin?“
Da ruft der Mann nach oben: „Ja, in einem Heißluftballon“. Da ruft der Ballonfahrer runter: „Kann das sein, dass Sie ein Pfarrer sind?“ Da sagt der Mann: „Ja, woher wissen sie das?“ „Weil sie eine sehr laute Stimme haben, weil sie mir Dinge sagen, die ich selber weiß und drittens mit denen ich nichts anfangen kann“.

So (Hut ab), Können sie nicht lauter lachen? Heute ist doch Karneval und nicht nur an Karneval, darf man auch in der Kirche lachen.
Heute werden Witze erzählt, da darf man sogar klatschen und fröhlich sein – aber, warum eigentlich nur an Karneval?

Haben sie Ostern nicht gelacht?
Hat ihnen unser Pastor oder der Oberrabbiner aus Verl da keine netten Witze erzählt, um ihnen sozusagen ein Lachen aus den Rippen zu schneiden, damit wir die Osterfreude auch körperlich spüren?
Haben sie eigentlich gewusst, dass sie, wenn sie Lachen, mehr Muskeln bewegen, als wenn sie ins Fitnessstudio gehen – aber bitte nicht weitersagen, sonst machen die Läden alle Pleite und bitte, ja nicht zu viel lachen – ihre Muskeln müssen sich erst langsam dran gewöhnen.

Warum muss es in der Kirche eigentlich immer so bieder, so ernst, so streng, ja fast traurig zugehen?
Warum verlassen wir am Ende der Messe nicht lachend, strahlend und voller Freude unsere Kirchen?

Diese Fragen stellen sich viele Menschen, und oft wird dann zur Begründung gegeben: „Ja weil nix darüber in der Bibel drinsteht“.
Die Bibel ist aber kein Handbuch, wo man alles rauslesen könnte, wie es unbedingt laufen muss und ja nicht anders sein darf: Weil Jesus dort auch nicht gelacht hat!?
Nicht, dass Jesus nicht gelacht hat, es steht nur nicht direkt drin in der Bibel.
Es steht aber auch nicht in der Bibel, dass er sich täglich die Zähne geputzt hat oder gekämmt und ab und zu im Jordan gewaschen hat.

Die Evangelien sind keine Regiebücher, die wir einfach so nachleben müssten, sondern wir müssen auch zwischen den Zeilen lesen.

Der Evangelist Johannes beginnt sein Evangelium mit der Hochzeit zu Kanaan. Und wenn Jesus immer wieder dieses Hochzeits- dieses Festmahlbild bringt, warum tut er dann das?

Wir wissen doch selbst alle, wie es bei solchen Feiern zugeht. Wir waren doch selbst schon auf vielen Hochzeiten.

Und Jesus wird mit Sicherheit mit den Menschen dort lange zusammengesessen haben und auch er wird lustige Geschichten beigetragen und tüchtig gelacht haben.

Auch Jesus hat gelacht, wenn ich das jetzt unbedingt als Begründung für meine Predigt brauche. Darum macht mir bitte aus unserm Jesus keinen griesgrämigen Miesepeter!

Wenn wir heute an Karneval hier in der Kirche lachen, dann nicht, weil wir den Glauben nicht ernst nehmen, sondern gerade, weil wir ihn ernst nehmen.
Wir dürfen frei sein, wir dürfen uns freuen über dieses Leben und wir dürfen in dieser Freude DANKE sagen und alles annehmen, was noch auf uns zukommt..
Sagen sie mir sonst einen Grund, warum unsere Kinder in die Kirche kommen sollen, wenn nur alte Leute da sind und sie nur zutiefst traurige Gesichter und geneigte Köpfe zu sehen bekommen und sie die Texte, meistens aus dem letzten Jahrhundert, ohnehin nicht verstehen.

Eins meiner Enkelkinder, Lektorin hat nach der Messe nach ihrem Einsatz plötzlich ganz tüchtig geweint. Ich sagte zu Ihr: „Was ist denn, Du hast doch alles toll gemacht?“ Da sagt sie: „Opa, ich habe die Leute immer freundlich angeschaut und keiner hat gelächelt!“

Kennen sie den: (Hut auf) Mitten in einer Messe kommt der Teufel in die Kirche.
Alle Leute laufen sofort hinaus, und selbst der Pfarrer vorneweg, vor lauter Angst.
Nur ein Mann bleibt sitzen, so Mitte 70 wie ich.
Da geht der Teufel zu ihm hin und sagt: „Warum läufst denn Du nicht weg?“
Sagt der Mann: „Warum?“  „Ja, ich bin doch der Teufel“.
„Egal, sagt der Mann, das macht mir nix, ich bin seit über 50 Jahren mit Deiner Schwester verheiratet“. (Hut ab)

Würden sie jetzt bitte tüchtig lachen und sich ihres Lebens freun.  Helau und Amen

(Hut auf) Einer noch: Ein guter Diakon (nicht aus Verl – der lebt noch) kommt in den Himmel. Jeden Tag gibt es drei Mal zu essen.
Nach einem Monat sagt er zu Petrus: „Ich kann von hier gut in die Hölle schauen. Dort gibt es Mittags so oft Gänsebraten, Schweinekotelett und Rindersteak – ich bekomme hier immer nur Graubrot, Morgens, Mittags und Abends“.
Das sagt Petrus, „Das muss du doch verstehen, für einen allein lohnt es sich hier oben nicht zu kochen!“. (Hut ab)



Nach dem Segen: (Hut auf)
Die Stasi verhört einen treuen Kirchgänger: „Gibst du zu, dass du gerade in der Kirche warst?“
„Ja.“
„Gibst du auch zu, dass du die Füße von Jesus Christus am Kreuz geküsst hast?“
„Ja.“
„Würdest du auch die Füße unseres Genossen Honecker küssen?“
„Sicher, wenn er dort hängen würde!“

Ein Rabbi betet zu Gott: „Lieber Gott, mein Sohn ist Christ geworden!“
Gott: „Ja und, meiner auch!“
Rabbi: „Und was hast du gemacht?“
Gott: „Ein Neues Testament geschrieben!“

Fragt der Lehrer: „Kann mir einer sagen, warum Blähungen so stinken?“ Ein Schüler aus der letzten Reihe antwortet: „Damit Schwerhörige auch etwas davon haben!“

Fragt der Lehrer: „Wenn ich mich auf den Kopf stelle, läuft mir das Blut in den Kopf. Wenn ich aber auf den Füßen stehe, warum läuft mir das Blut nicht in die Füße?“ Meldet sich Hans: „Weil die Füße nicht hohl sind!“
Sagt die eine Unterhose zur anderen: Sag mal, warst du im Urlaub? Du bist so braun?!

Was hat ein Vogel, der auf einen Misthaufen fällt? Kotflügel.